„Niemand spricht mehr über Deutschland“

Felix Holtermann, Thomas Jahn

Dec 11, 2025

  • Palantir ist eines der umstrittensten Unternehmen weltweit. Nun zeigt sich: Palantir-CEO Alex Karp polarisiert mindestens genauso stark wie seine Firma. Besonders in der Migrationspolitik vertritt Karp verstörend radikale Ansichten.

  • In Deutschland wird Palantir besonders stark kritisiert. Doch Karp schert sich nach eigenem Bekunden kaum um sein Deutschland-Geschäft. Warum ihm das Land trotzdem so wichtig ist, erfahren Sie im großen Handelsblatt-Interview.

  • Immer mehr Polizeibehörden setzen auf die Datenanalyse-Plattform. Aber ist die Technologie von Palantir wirklich so einzigartig, wie das Unternehmen behauptet? Welche Alternativen es aus Deutschland und Europa gibt, lesen Sie hier.

Palantir ist eines der wertvollsten Softwareunternehmen der Welt, seine Marktkapitalisierung stellt sogar die von SAP in den Schatten. Palantirs Programme, die große Datenmengen analysieren, verknüpfen und in ihnen Muster erkennen können, werden überall in der westlichen Welt eingesetzt. Und zwar nicht nur von Konzernen, sondern auch von Geheimdiensten, Streitkräften oder Polizeibehörden.

Dieser Kundenkreis macht Palantir zugleich zu einem der umstrittensten Unternehmen der Welt. Die wegen ihrer rabiaten Methoden viel kritisierte US-Einwanderungsbehörde ICE arbeitet mit Palantir zusammen. Die Bundesregierung streitet über eine deutschlandweite Einführung bei der Polizei, in Baden-Württemberg zerbrach fast die schwarz-grüne Regierung an dem Projekt. Die Nato will die „Maven“-Software von Palantir implementieren, die Bundeswehr soll nachziehen.

Datenschützer warnen vor einer Abhängigkeit von den USA im Sicherheitsbereich. Aktivisten fürchten einen unkontrollierbaren Datenabfluss über den Atlantik. Und Ex-Palantir-Mitarbeiter kritisieren die Aushöhlung von Bürgerrechten durch den Konzern.

Während das Unternehmen in den USA oder Großbritannien boomt, läuft das Geschäft in Frankreich oder Deutschland für Palantir alles andere als rund.

Das stört Alex Karp aber wenig, wie er in einem knapp zweistündigen Interview mit dem Handelsblatt im Palantir-Büro in New York deutlich macht.

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