Entwickler nennt Open Claw einen „Geist, der vor dem Computer sitzt“

Lina Knees

Feb 12, 2026

Berlin. Peter Steinberger hat innerhalb weniger Wochen das geliefert, was viele Tech-Konzerne lange versprochen hatten: nützliche KI-Agenten als Alltagshelfer. In den vergangenen drei Wochen wurde sein Hobbyprojekt Open Claw zu einem der beliebtesten Codes der Programmcode-Plattform Github.

Entwickler, die es sich zutrauen, bauen mit seinem Code ihre eigenen Assistenten, die inzwischen Dienstpläne organisieren, Haushaltsgeräte steuern und sich sogar in ihrem eigenen sozialen Netzwerk austauschen.

Dabei hatte ihr Erfinder Steinberger sich vor drei Jahren eigentlich aus der Technologiebranche zurückgezogen. Der Österreicher war Gründer eines Jungunternehmens, stieg jedoch nach über elf Jahren aus und hörte auf zu programmieren. Nach langer Pause fing er wieder an – mithilfe von KI. Der Code von Open Claw wurde laut ihm sogar nur von KI-Agenten geschrieben. Mit dem Handelsblatt spricht er über seine Geschichte, die Entstehung seines KI-Agenten und er erklärt, warum er Europa verlassen will.

Kunst, aber keine Singularität

Steinberger sitzt in einem Hotel in San Francisco. Es ist ein Uhr in der Früh. Doch er hat noch längst nicht Feierabend. Konstant blinken Nachrichten auf seinem Laptop auf, irgendjemand, dessen Nummer er nicht kennt, versucht, ihn anzurufen. Nach dem Gespräch möchte er noch weiterarbeiten.

Seit Anfang Januar habe er geahnt, dass sein Agent, der damals noch Clawdbot hieß, etwas Besonderes ist. Denn „es gibt nichts Ähnliches“, sagt Steinberger. Er beschreibt Open Claw als „einen Geist, der vor deinem Computer sitzt“. Der Agent könne alles, was ein Mensch auch am Computer kann: Er klickt sich durch Programme, schreibt E-Mails. Nutzer schicken ihn los, um Autopreise zu verhandeln. Ein Nutzer baute eine Erweiterung für Open Claw, mit der der Agent telefonieren und im Restaurant einen Tisch reservieren kann.

Ähnliches gebe es nur von Anthropic – der KI-Anbieter veröffentlichte vor ein paar Wochen einen Agenten namens Claude Cowork, „was aber nur so zehn Prozent so viel kann wie Open Claw“, sagt Steinberger.

Die Idee zu Open Claw kam ihm im Mai 2025. Das Projekt begann mit einer simplen Idee: Steinberger wollte eine Art Assistenten, den er über den Messengerdienst WhatsApp anschreiben und ihm so Aufgaben geben kann. Er sei damals davon ausgegangen, die großen KI-Labore würden so etwas sicher bald herausbringen. „Irgendwann war es November, und es war immer noch nichts passiert.“ Steinberger beschloss, es selbst anzugehen. Nach einer Stunde stand der erste Prototyp.

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